Große Einnahmeverluste durch Corona-Pandemie


Aufgrund der hohen Zahl an Kurzarbeitern und der gestiegenen Zahl an Arbeitslosen ist mit geringeren Einkommensteueranteilen zu rechnen. Die Konjunktur ist abgeflaut, sodass auch mit einer geringeren Gewerbesteuereinnahme zu rechnen ist. Besonders gravierend sind die Auswirkungen der Pandemie auf die kurortspezifischen Einnahmen. Diese machen alleine rund 800.000 € im kommunalen Haushalt aus und sind daher äußerst relevant.

Die Gemeinde Bad Zwesten erhält pro Patient in der Hardtwaldklinik und pro Kurgast eine Kurtaxe von 1,50 € pro Aufenthalt. Allein im Monat April war ein Rückgang von über 90% der Übernachtungen in Bad Zwesten zu verzeichnen im Vergleich zum April des vorherigen Jahres. Da für den Mai ähnliche Zahlen zu erwarten sind und im Juni die Kliniken nur langsam wieder hochgefahren werden, sind dramatische finanzielle Einbrüche für Bad Zwesten zu erwarten.

Die Corona-Vorgaben (Abstandsregelungen usw.) lassen auch eine Vollauslastung der Einrichtungen wie Hotels, Pensionen und Kliniken in absehbarer Zeit nicht erwarten, sodass für einen längeren Zeitraum mit Mindereinnahmen zu rechnen ist.

Daher ist die Gemeinde Bad Zwesten gezwungen, einige ihrer Investitionen zu verschieben und Ausgaben und Aufwendungen zu streichen. So werden unter anderem ein Teil der Blumenrabatten nicht mehr bestückt und auch das Tretbecken könnte in diesem Jahr weiterhin geschlossen bleiben. Aktuell wird in den Gremien über weitere Einsparmöglichkeiten diskutiert.

 


Kurort-Status steht auf dem Spiel

Die Einnahmeverluste von dauerhaft 300.000,- Euro auszugleichen würde eine Grundsteuererhöhung von 60 % bedeuten. Oder man müsste den Kurbetriebe mit Schwimmbad und Kurverwaltung schließen. Beides ist undenkbar, denn dadurch stünde der Kurort-Status auf dem Spiel.

Leeres Kneipp Tretbecken - leere Kassen, Bürgermeister und Kurdirektor Michael Köhler und Natascha Rath, Leiterin Tourismus im Tretbecken im Löwensprudelpark.


Unsere kleine finanzschwache Kommune ist auch auf die Einnahmen aus dem Bereich Kur- und Tourismus zwingend angewiesen, denn die Ausgaben gehen nahezu unvermindert weiter, erklärt Bürgermeister Köhler. „Die Vorgaben für die Pandemie sind nachvollziehbar. Sie bedeuten für unseren Kurort allerdings, dass wir in eine Art künstliches Koma versetzt wurden mit dramatischen finanziellen Auswirkungen“, betont Bürgermeister Köhler. Er fordert: „Die Corona-Vorgaben sind von der Regierung erlassen, daher erwarten wir auch finanzielle Unterstützung von der Landes- und Bundesregierung. Es ist bedauerlich, dass den Kurorten bisher keine spezifische Hilfe in Aussicht gestellt wurde“. 


Die Blumenbeete in der Brunnenstraße sind aufgrund der rapide gesunkenen Einnahmen weiterhin nicht bepflanzt. Das Foto zeigt Bürgermeister Köhler und Tourismus-Chefin Rath enttäuscht vor den trostlosen Beeten.
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